Mein Name ist Richmud...

...mein Vorname.

Richmud (Richmut) ist wirklich ein Frauenname! So wie auch Diemut und die bekannteste von "uns": Almut. Klar gibt es auch Männernamen mit -mut, wir teilen gerne einen Teil mit ihnen: Hartmut, Helmut...

Dieser Name setzt sich, wie so viele andere auch aus zwei Silben zusammen. Dies ist ein sehr gebräuchliches Merkmal germanischer Namen, denn so konnte man einen Teil des Elternnamens weiter geben. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür sind Vater und Sohn Hildebrand und Hadubrand im Hildebrandlied aus dem 9. Jahrhundert. Der Sohn bekam einen Teil des Vaternamens... das ist heute allerdings nicht mehr so üblich und daher in Vergessenheit geraten. Es geht also nicht um hehre Bedeutungen des Namens, sondern um Verwandtschaftsverhältnisse.

Die Silbe Rich/-rich kann wie viele Namen belegen am Anfang und am Ende stehen. Sie leitet sich vom althochdeutschen rîhhi/ rîchi ab. Daraus ergibt sich als Bedeutung Reich, Herrschaft... oder mächtig, reich, herrlich... Übrigens auch Asterix trägt das -rich am Ende seines Namens.

-mut steht allerdings soweit mir bekannt immer am Ende. Man kann es wahlweise mit -d, -th oder nur -t schreiben, außerdem macht es für Klang und Bedeutung so gut wie keinen Unterschied ob man u oder o schreibt. Das letzte ist die üblichste Schreibweise. Die manchmal zu findende Schreibweise -modis ist eine latinisierte Form aus der Zeit solcher Moden... -mut ist auch die Endsilbe vieler Wörter: Anmut, Wagemut, frohgemut... oder einfach Mut. Das mittelhochdeutsche muot findet sich auch im englischen mood wieder. Man kann zahlreiche verschiedene Bedeutungen dieses Wortes finden.

In Köln gibt es die Sage der Richmodis von Aducht und sogar eine Richmodstraße, die geht direkt vom Neumarkt ab. Vom Neumarkt aus kann man das Türmchen mit den Pferdeköpfen erkennen. Die Sage geht auf eine Wandersage einer Scheintoten zurück, die man irgendwann mit dieser Richmodis verbunden hat und zu der Sage gehören eben die Pferde, die aus dem Dachfenster sehen... Im Buch Sagen und Geschichten des Rheintals von Karl Hessel (1904) steht die Sage unter Nr. 245 (S.289).

Bereits 1840 hat Wilhelm von Zuccalmaglio ein Lied mit dem Titel "Richmut und Aducht" aufgeschrieben. In Erk-Böhmes Deutscher Liederhort taucht es auf als "Richmode von Adocht". Gleich in der ersten Strophe begegnet uns dort auch ein Abschreibfehler der mich mein Leben lang begleitet: aus Richmudis (WvZ) wird Richmundis (EB). Es wird sich in dem Fall nicht klären lassen wer falsch abgeschrieben hat, also Böhme oder der Setzer, aber ich habe schon oft zugesehen wie jemand, auch beim Amt, meinen Namen falsch abschrieb, also aus dem -mud ein -mund machte. Über das 'Warum' kann man nur spekulieren.

Aber eigentlich bin ich auch keine Namensforscherin sondern nur an meinem Namen interessiert - und an vielem anderen: Musik, Geografie, Geschichte, Botanik, Kunsthandwerk...